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Trainingsausfall für alle Abteilungen


 

" Panik hilft niemanden, Ignorieren aber auch nicht! "

 

Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (stand 13.03.2020):

Allgemeine Prinzipien der Risikoeinschätzung und Handlungsempfehlung für Veranstaltungen

Veranstaltungen, insbesondere Massenveranstaltungen können dazu beitragen, das Virus schneller zu verbreiten. Daher kann je nach Einzelfall das Absagen, Verschieben oder die Umorganisation von Massenveranstaltungen gerechtfertigt sein, um der vorrangigen Gesundheitssicherheit der Bevölke- rung Rechnung zu tragen.

Übertragungswege SARS-CoV-2

Durch den vorherrschenden Übertragungsweg von SARS-CoV-2 (Tröpfcheninfektion) z.B. durch Hus- ten, Niesen oder engen Kontakt von Angesicht zu Angesicht kann es durch teils mild erkrankte oder auch asymptomatisch infizierte Personen zu Übertragungen von Mensch-zu-Mensch kommen. Auch Übertragungen durch Schmierinfektionen sind beschrieben, betreffen allerdings nur einen kleinen Teil der Fälle. Übertragungen kommen im privaten und beruflichen Umfeld, aber auch bei größeren Veranstaltungen vor. Größere Ausbrüche wurden in Zusammenhang mit Konferenzen (Singapur), Reisegruppen, Gottesdiensten (Südkorea) oder auch Karnevalsveranstaltungen (Deutschland) be- schrieben. Auf Messen, Kongressen oder größeren Veranstaltungen kann es unter ungünstigen Be- dingungen zu einer Übertragung auf viele Personen kommen. Eine zeitgleiche Infektion vieler Men- schen kann zu einer Überlastung der örtlichen medizinischen Versorgungsstrukturen führen.

Die Risiken sind nicht bei allen Veranstaltungen gleich groß, daher sollten die jeweils Verantwort- lichen in einem vorstrukturierten Risikomanagementprozess eine sorgfältige Abwägung der konkre- ten Maßnahmen treffen. Hierbei können die folgenden Kriterien mit einbezogen werden:

Faktoren, die Übertragungen SARS-CoV-2 begünstigen

Das Risiko von großen und oder schwer verlaufenden COVID-19 Ausbrüchen nach einer Übertragung von SARS-CoV-2 bei einer Veranstaltung hängt mit der Zusammensetzung der Teilnehmer, Art und Typ der Veranstaltung sowie Möglichkeiten der Kontrolle im Falle eines Ausbruches zusammen.

Ein höheres Risiko kann basierend auf folgenden Kriterien angenommen werden bei: 

(1) Eher risikogeneigter Zusammensetzung der TeilnehmerKommt eine größere Anzahl von Menschen zusammen, hohe Dichte? Nehmen Menschen aus Regionen mit gehäuftem Auftreten von COVID-19-Fällen teil? Nehmen Menschen aus anderen bekannten besonders betroffenen Gebieten in Deutschland/ internationalen Risikogebieten teil? Nehmen Menschen mit akuten respiratorischen Symptomen teil? Nehmen ältere Menschen bzw. Menschen mit Grunderkrankungen teil? Nehmen Mitarbeitende des Gesundheitswesens oder der Kritischen Infrastruktur teil?

(2) Eher risikogeneigter Art der Veranstaltung

Hohe Anzahl und Intensität der Kontaktmöglichkeiten? Enge Interaktion zwischen den Teilnehmenden (z.B. Tanzen)? Lange Dauer der Veranstaltungen? Keine zentrale Registrierung der Teilnehmenden

(3) Eher risikogeneigter Ort der Veranstaltung und Durchführung

Sind bereits Infektionen in der Region der Veranstaltung aufgetreten? Gegebenheiten der Örtlichkeit: Indoor-Veranstaltungen, begrenzte Räumlichkeiten, schlechte Belüftung der Räume? Begrenzte Möglichkeiten/Angebote zur ausreichenden Händehygiene Bereitschaft des Veranstalters zur Kooperation und Umsetzung von Maßnahmen Hinweise zur operativen Umsetzung.

Eine enge Abstimmung zwischen Veranstaltern und Gesundheitsbehörden vor Ort ist nötig in der Planungsphase, Phase der Durchführung der Veranstaltung und Phase nach der Veranstaltung, u.a. mit Teilen der Erreichbarkeitsdaten (24/7) und Etablierung von Kommunikationskanälen.

Mögliche Maßnahmen

Die Zuständigkeit zur Veranlassung von Maßnahmen für Veranstaltungen obliegt den Veranstaltern sowie den lokalen Behörden vor Ort. Grundsätzlich ist möglich, die Veranstaltung durchzuführen, unter Auflagen zu erlauben, das Format anzupassen, aber auch die Verschiebung oder Streichung der Veranstaltung sind möglich.

Folgende Maßnahmen könnten getroffen werden, um das Risiko einer Übertragung und großer bzw. schwerer Folgeausbrüche zu verringern:

Eine dem Infektionsrisiko angemessene Belüftung des Veranstaltungsortes

Aktive Information der Teilnehmer und Teilnehmerinnen über allgemeine Maßnahmen des Infektionsschutzes wie Händehygiene, Abstand halten oder Husten- und Schnupfenhygiene

Teilnehmerzahl begrenzen bzw. reduzieren

Ausschluss von Personen mit akuten respiratorischen Symptomen

Eingangsscreening auf Risikoexposition und/oder Symptome

Auf enge Interaktion der Teilnehmenden verzichten

Veranstaltung verschieben oder je nach weiterer Entwicklung absagen

Bewertung der möglichen Auswirkungen von Ausbrüchen

Auf Messen, Kongressen oder größeren Veranstaltungen ist Möglichkeit der Rückverfolgbarkeit von Kontaktpersonen extrem schwierig, bei über 1000 Teilnehmenden nahezu ausgeschlossen. Es kann unter ungünstigen Bedingungen zu einer Übertragung auf viele Personen kommen. In die Abwägung sollte daher mit einbezogen werden, ob Schwierigkeit der schnellen Kontaktpersonenermittlung im Falle eines Ausbruchs zu erwarten sind.

Neben den Übertragungswahrscheinlichkeiten auf der Veranstaltung und der Vulnerabilität der Teil- nehmenden sollte bei der Entscheidung über die einzuleitenden Maßnahmen auch bedacht werden, welche gesellschaftlichen Folgen ein Ausbruch unter den Teilnehmenden hätte. Bei Veranstaltungen mit medizinischem Personal oder anderer kritischer Infrastruktur sollte daher besonders sorgfältig abgewogen werden.

Auch hinsichtlich kleinerer Veranstaltungen ist eine sorgfältige Risikoabwägung unerlässlich. Dazu zählen auch kleinere, aber regelmäßig stattfindende Veranstaltungen, z.B. in Einrichtungen (Universi- täten, Schulen, Kindergärten), die je nach Risikoabwägung ggf. vorübergehend geschlossen werden oder ihre Ferien verlängern können.